green shul

22. Mai 2012

Ohel Hachidusch hat Post aus Gatow bekommen, und zwar aus der Feder von Rita Reinicke:

liebe ohelistas,
ich bin es, euer acker in gatow. ich freue mich ja so sehr, daß es endlich wieder losgeht und der schreckliche winter vorbei ist.
nun sind die kartoffeln gelegt, die ersten jungpflanzen gepflanzt und die ersten samenkörner in mir.
von der sauerkirsche morellenfeuer soll ich euch sagen, daß sie schon 15 kirschen angesetzt hat. ich habe nochmal nachgezählt, es sind 13.
unsere glückszahl. die demetersamen wollten zuerst wieder zurück in ihre warme, chlorfreigebleichte samentüte und die kohlrabis schrien nach ihrer kinderstube im botanicum.
aber was soll ich sagen??? das hier in mir ist nun mal das wirkliche leben. oft rau, kalt, ungemütlich………….aber wunderschön.
da ich ja immer sehr aufmerksam zuhöre, was so bei euch los ist, weiß ich, daß ihr dieses wochenende beschäftigt seid.
aber bald kommt ihr ja wieder zu mir und gebt mir neuen inhalt. im frühbeet, hat mir der kohlrabi erzählt, wird es langsam eng und dann sind noch neue mitbewohner eingetroffen.
tolle bio-tomatenpflanzen. super!!! den einzug ins künstler-gewächshaus bei mir müssen wir feiern.
überhaupt bin ich ja so glücklich, daß nur bio in mir ist. nur wo bio drin ist, kommt auch bio raus. weiter so!!!
so, nun werde ich mal meinen morgendlichen rundumblick schweifen lassen, bestimmt erzählt mir der bantammais wieder, wie kalt und windig die nacht war.
als ob ich das nicht besser wüßte…….
ach, und wenn ihr ein wenig zeit übrig habt, dann denkt an unsere sorgenkinder. vielleicht ein kleines gebet…..das wird ihnen kraft geben.
erdige grüße schickt euch euer sprechender ackerboden.

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Foto: Isabelle Wagner

Zaungast9. Mai 2012

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Dieser hübsche Zaungast ist kein Mauerblümchen.

Foto: Isabelle Wagner

Hinweise für Kranke und Gesunde8. Mai 2012

- Der Duft von Rosen und Veilchen sorgt für einen kühlen Kopf.
- Die Rekonvaleszenz wird begünstigt durch Instrumentalmusik, das Erzählen erfreulicher Geschichten, humoristische Neuigkeiten sowie angenehmes Pflegepersonal.
- Übermüdung und Übersättigung vermeiden!

Dies sind nur einige der nützlichen Notizen, die ich während des sehr fesselnden Vortrags von Deborah Williger niedergeschrieben habe. Deborah ist promovierte Agrarwissenschaftlerin und studiert derzeit in Potsdam jüdische Studien. Am Sonntag sprach sie in Gatow über den jüdischen Gelehrten und Arzt Maimonides (1135-1204 n. Z.), insbesondere im Hinblick auf die von ihm formulierte Diätik.

Interessant und für manche Zuhörer vielleicht überraschend war, wie modern einige seiner Prinzipien heute erscheinen. So betrachtet Maimonides beispielsweise die Prävention als wichtigstes Betätigungsfeld des Arztes. Im Bezug auf eine gesunde Ernährung betont er den Wert regionaler Produkte, was im Auditorium natürlich spontane Zustimmung findet. Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche ärztliche Beratung und Behandlung, so Maimonides, sei die individuelle Sicht auf den Patienten. Auch greift er die These des persischen Arztes Razi auf, dass das Verhältnis von Körper und Seele von der Seele bestimmt wird.

Sehr positiv aufgefallen ist mir beim Zuhören die offenkundige Bereitschaft dieser Männer des Mittelalters, über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg füreinander Sorge zu tragen und voneinander zu lernen. So war denn Maimonides als jüdischer Gelehrter und Rabbiner am Hof von Sultan El-Afdal von Ägypten, eines Sohnes von Saladin, willkommen und geschätzt.

Wer Deborahs Vortrag verpasst hat, hat bei Limmud noch einmal die Chance, und zwar gleich am Donnerstag von 15:30 - 16:40 Uhr.

Text: Isabelle Wagner

Glimpse4. Mai 2012

- English follows below -

Es ist Freitagnachmittag, ich habe mich redlich bemüht, aber die Technik ist stärker als ich. “The Machine” lässt mich nicht mehr als 2 Bilder in einem Artikel hochladen. Noch nicht! Ich werde das wieder angehen, aber jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt. Einstweilen will ich euch wenigstens einen kleinen Ausblick auf das Feld gönnen… Das ist mein liebstes Bild!

It’s Friday afternoon. I’ve wrestled with technology and lost. “The Machine” will not let me upload more than 2 pictures in a row. For the time being. Now isn’t the moment for the next round, but I’ll be back. At least, I want to give you a tiny little glimpse of the field - this is my favourite picture…

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From a mole’s perspective/Aus der Maulwurfperspektive

Shabbat shalom everyone!

Und wenn ihr in Berlin seid, kommt doch am Sonntag um 16 Uhr raus nach Gatow zu Deborahs Vortrag über Maimonides (mehr unter “Termine” auf der Website).

Es gibt Kuchen und Ritas berühmten Kräuterquark.

Bis dann!

And if you happen to be in Berlin, join us for Deborah’s talk on Maimonides on Sunday at 4 pm. (Gutshof Gatow, Buchwaldzeile 43-47)

There will be cake and Rita’s famous Kräuterquark.

See you there!

Foto und Text: Isabelle Wagner

Frohsinn im Freien4. Mai 2012

…oder: Mechaye indroyssn!

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Wenn der Sommer nach Berlin kommt, zieht es die Ohelistas hinaus ins Grüne, wo wir vor den Toren der Großstadt, zusammen mit Rita und Uli vom Gutshof Gatow, ein Feld ökologisch bepflanzen und gestalten.

Auch am vergangenen Sonntag hatten sich wieder einige country girls eingefunden, um nach dem Wohl der Bäumchen und Sträucher zu sehen, aber auch um die gute Landluft zu genießen, die Sichtbarkeit des Horizonts und natürlich das Gespräch.

Wie wir da so im Gras saßen, flatterte plötzlich der Ausdruck “mechaye indroyssn” durch die Luft. Auf eine Schreibweise konnten wir uns nicht einigen, wohl aber auf das Gefühl: Frohsinn im Freien!

Ja, in Gatow geht es uns gut. Einige Momente und Naturschönheiten haben wir in unserem virtuellen Schmetterlingsnetz für euch eingefangen - und wenn es uns gelingt (wir kämpfen noch mit der Technik), werdet ihr diese in Kürze im nächsten Blog-Eintrag bewundern können. Also: Dranbleiben!

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Fotos: Gaby Steiner, Isabelle Wagner
Text: Isabelle Wagner